|
|
|
|
|
|
 |
 |
|
Heimatseite Spezial
|
|
|
|
 |
 |
|
Elfenbein im Odenwald. Von der Geschichte bis zur heutigen Mammutverarbeitung
|
 |
 |
|
Die Geschichte des Elfenbeins in Erbach reicht bis ins achtzehnte Jahrhundert zurück und hat den Odenwädern neben der Landwirtschaft eine zusätzliche handwerkliche Einnahmequelle beschert. Durch den längst überfälligen Artenschutz im zwanzigsten Jahrhundert, und den daraus resultierenden Elfenbeinmangel, mussten andere Materialen zur Verarbeitung gefunden werden und es sollte nicht lange dauern einen ähnlichen Werkstoff zu finden.
|
 |
 |
|
Herkunft
|
 |
 |
|
Hauptsächlich wird Elfenbein aus den Stoßzähnen von Elefanten gewonnen, teilweise auch von fossilen Überresten ausgestorbener Elefanten wie den Mammuts. Daneben gibt es auch noch solches aus den Zähnen von Nilpferden, Wildschweinen, Walrossen, Pottwalen und Narwalen.
|
 |
 |
|
Geschichte
|
|
|
 |
 |
|
Bereits in der Steinzeit wurde das Elfenbein für Werkzeuge und Waffen verwendet. Da Elefanten wegen ihrer Stoßzähne von Wilderern massenhaft getötet wurden und am Rande des Aussterbens standen, wurde 1989 der Handel mit Elfenbein weltweit eingeschränkt (in manchen Ländern ist der Handel unter sehr strikten Auflagen erlaubt). Mammutelfenbein ist davon jedoch ausgenommen, da Mammuts schon in prähistorischer Zeit ausgestorben sind. Das Elfenbeinschnitzen und -drechseln wurde durch Graf Franz I. zu Erbach-Erbach etabliert, der diese Kunst 1775 während seiner „Grand Tour“ durch Europa erlernte. Nach seiner Rückkehr richtete er in seinem Schloss eine Musterwerkstatt ein und machte die Dreher und Schnitzer der Grafschaft Erbach mit dem Handwerk bekannt, um ihnen mit der Elfenbeinschnitzerei neue Erwerbsmöglichkeiten zu eröffnen. Mit der Gründung der Drechslerzunft wurde 1783 die Voraussetzung für den Aufstieg Erbachs zu einem bedeutenden Zentrum der deutschen Elfenbeinverarbeitung geschaffen.
|
 |
 |
|
Das Handwerk des Elfenbeinschnitzers kann innerhalb von drei Jahren erlernt werden. Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss, handwerkliches Geschick, Interesse, Phantasie, Motivation und Formgefühl. Neben der reinen Schnitztechnik gehört das Formen und Modellieren als Grundfertigkeit zum Berufsbild des Elfenbeinschnitzers. Dabei spielt die Vermittlung von Modell- und Abgusstechniken eine große Rolle. Die Umsetzung dieser Techniken erfolgt in der Fachstufe 1 mit der Herstellung einer plastischen Arbeit (Figur) in Mammutelfenbein. Durchbruchsarbeiten, Reliefs und vollplastische Objekte (Tiere, Menschen) sowie Schmuck.
|
|
|
 |
 |
|
Ein ganzer Stoßzahn wird bearbeitet, solche Exponate können sie im Deutschen Museeum finden
|
|
 |
 |
|
Das eiszeitliche Elfenbein wird wissenschaftlich ausgewertet, bevor es in den Handel kommt. Die Elfenbeinsammler (in Sibirien) dürfen nur mit staatlicher Genehmigung bestimmte Gebiete absuchen. Interessant für Museen sind nach wie vor komplette Skelette oder gut erhaltene Kadaver die jedoch sehr selten sind. Doch die Mammut Stoßzähne und Zahnfragmente werden in solchen Mengen gefunden dass die Museen auf der Welt abwinken, könnte man doch deren Fundus mit Knochen und Mammutzähnen ‚ausfüllen’.
|
 |
 |
|
Mammut als besonderer Werkstoff
|
 |
 |
|
Nach dem Welthandelsverbot 1989 drohte das Elfenbeinschnitzerhandwerk auszusterben. Doch nach den Funden des Mammuts kam wieder Licht am Horizont. Durch die Jahrtausende lange Lagerung im Ewigen Eis ist das Elfenbein natürlich nicht so gut erhalten wie heutiges. Deutlich sind Frostrisse zu sehen, viele Zähne ‚platzen’ regelrecht in Schichten auseinander. Die feinen Mineralien und Metalle verfärben das Elfenbein von beige bis dunkelbraun, von blau bis grün in allen Nuancen, bis hin zum Tiefschwarz – und die Farben sind mitunter in wunderschönen Strukturen und Mustern vermischt. Dies alles macht das Mammutelfenbein unverwechselbar, und einzigartig.
|
|
|
|
 |
 |
|
Nächste Seite
|
|
 |
 |
|
Seitenthemen: Elfenbeinverarbeitung in Erbach im Odenwald, Der Elfenbeinschnitzer, Die Geschichte des Elfenbeins und Mammuts, Das Deutsche Elfenbeinmuseum und Exponate mit Mammutelfenbein.
|
|