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Seniorenzeitung Sommer 2017      2/3

Seniorenresidenz 
Landhaus am Weinberg

Themen: Humor Hilft heilen . Wenn Sie mich fragen .
               
Schmunzelgeschichten

Spätlese 1/2017

Spätlese 3/2017

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Die Gorch Fock

Ein Name, verschiedene Geschichten

Die meisten kennen unter dem Namen „Gorch Fock“, das bekannte Schulschiff unserer Marine. Hinter diesem Namen steckt aber mehr. Der Norddeutsche Buchautor „Johann Kinau“ verwendete diesen Namen als Pseudonym für seine Bücher und Geschichten. Was auch nicht so bekannt ist, dass es in Deutschland zwei Schiffe gibt mit diesem Namen. Das erste wurde im Jahre 1933 in Hamburg gebaut und steht heute als Museum im Haven von Stralsund. Die Gorch Fock 2 wurde im Jahr 1958 in Hamburg als Nachbau der ersten vom Stapel gelassen und ist bis heute noch im Dienst der Bundesmarine.

Johann Kinau

gf29062017001Johann Kinau, der sich als Schriftsteller Gorch Fock nannte, wurde am 22. August 1880 als Sohn des Hochseefischers Heinrich Wilhelm Kinau und dessen Ehefrau Metta Holst in Finkenwerder bei Hamburg geboren. Johann Kinau liebte Finkenwerder, Hamburg, die Elbe und die See überhaupt. Aber sein Wunsch, selber einmal Ewerführer zu werden, erfüllte sich nicht. Aufgrund seiner eher schwächlichen körperlichen Konstitution schickte ihn sein Vater nach der Schulzeit in eine Kontoristenlehre. Dort und später als Buchhalter bei der Hamburg-Amerika Linie haben ihn die Träume von der See und der Schifffahrt immer wieder verfolgt. Seine großen dichterischen Fähigkeiten ließen ihn deshalb eine Vielzahl von hoch- und niederdeutschen Geschichten schreiben, wie er überhaupt als ältester der drei dichtenden Kinaus derjenige war, der die plattdeutsche Sprache der Elblandschaft am treffendsten in die deutsche Literatur eingebracht hat. Am 1. April 1915 wurde Johann Kinau zur Teilnahme am Ersten Weltkrieg einberufen. Er war zu diesem Zeitpunkt schon ein erfolgreicher Dichter, dessen Bücher in den Schaufenstern der norddeutschen Bücherläden ausgestellt waren. Nach einer Infanterieausbildung beim Heer und der Teilnahme an Kämpfen an der Ost- und der Westfront hatte endlich ein Versetzungsgesuch zur heißgeliebten Marine Erfolg; im April 1916 kam er nach gf29062017002Wilhelmshaven und wurde auf dem Kleinen Kreuzer SMS WIESBADEN Ausguck auf dem vorderen Mast. Am 31. Mai 1916 geriet die SMS WIESBADEN während der Skagerrakschlacht in schwerstes gegnerisches Feuer, sie sank in den Morgenstunden des 1. Juni. Ein einziger Mann von 650 Besatzungsangehörigen wurde gerettet, unter den Toten war auch Gorch Fock. Vier Wochen später wurde der Körper des Dichters in Schweden an Land gespült und von Fischern auf der kleinen, unbewohnten Insel Stensholmen, zusammen mit anderen deutschen und englischen Seeleuten, begraben. Ein schlichter Grabstein erinnert dort an unseren größten niederdeutschen Dichter, dessen Namen unser Schiff trägt, eingemeißelt sind dort auch seine berühmten Worte: „Seefahrt ist not!“

Die bewegende Geschichte der Gorch Fock 1

GorchF17062017006Die „Gorch Fock I“ fuhr bis Kriegsbeginn als Ausbildungsschiff für die Inspektion des Bildungswesens der Marine für Seekadetten und Unteroffizierschüler. Sie war dann stationäres Schul- und Büroschiff in Stralsund, bis sie am 19. April 1944 wieder offiziell in Dienst gestellt und am 1. Mai 1945 von der eigenen Besatzung vor Stralsund versenkt wurde. 1948 wurde sie von den Sowjets gehoben und bis 1951 instandgesetzt. Danach fuhr Sie als „Tovarishch“ für die Sowjetunion als Segelschulschiff. Neben Seefahrtschülern nahm die „Tovarishch“ ab 1991 auch segelbegeisterte Windjammerfreunde auf ihre Reisen mit, die vorzugsweise in westeuropäische Häfen führten. 1992 segelte die „Tovarishch“ in der Flotte des „Columbus-Race“ nach Amerika. Der 60. Geburtstag des Schiffes wurde im Sommer 1993 in Rostock gefeiert, dann aber wurde das Schiffsleben schwer: Die Liste erforderlicher Reparaturen wurde länger, Mittel für Reparaturen standen in der Ukraine nicht zur Verfügung. Eine Jugendhilfsorganisation in Newcastle segelte 1993 mit Jugendlichen auf der „Tovarishch“. Um diesen Erfolg zu wiederholen, setzte sich die Organisation für die Überholung des Schiffes ein. Englische Ingenieure besichtigten das Schiff in Kherson. 500.000 Pfund sollten das dritte Leben der „Tovarishch“ möglich machen.

Mit vielen kleinen Spenden aus der Bevölkerung wurde das Schiff unterstützt, Vereinsmitglieder in Hamburg kümmerten sich regelmäßig um den Heimtransport der Mannschaften. Im Januar 1999 lag dem Schiffseigner ein Konzept vor, die „Tovarishch“ nach Wilhelmshaven zu bringen und dort zu restaurieren. Grundlage war der von der Stadt Wilhelmshaven zugesagte kostenfreie Liegeplatz. Im August wurde der Vertrag unterzeichnet, am 1. September 1999 verließ die „Tovarishch“ mit Schlepperhilfe Middlesborough und traf am 3. September in Wilhelmshaven ein. Dort war sie auch im Jahr 2000 zur EXPO am Meer zu besichtigen.

Aufgrund der anhaltend schlechten finanziellen Situation wurden verschiedene Vorschläge zur Erhaltung des Schiffes gemacht. Schließlich erwarb der Verein Tall-Ship Friends die „Tovarishch“. Im September 2003 wurde die Bark mit Hilfe eines Dockschiffes von Wilhelmshaven nach Stralsund gebracht. Wieder in „Gorch Fock I“ umbenannt, wird sie zurzeit, unter regem Interesse der Bevölkerung, restauriert. Das Ziel war es, die „Gorch Fock I“ zum Jubiläum 2008 für die Mitfahrt von Interessierten wieder fahrfähig zu machen.

Die Gorch Fock 2

gf29062017003Das Schiff wurde am 24. Februar 1958 auf Kiel gelegt. Wie schon die erste Gorch Fock der Reichsmarine wurde sie bei Blohm & Voss gebaut. Der Stapellauf erfolgte am 23. August 1958. Dabei hielt Rudolf Kinau, der Bruder Gorch Focks, die Taufrede auf Niederdeutsch. Die Taufe selbst vollzog Rudolf Kinaus Tochter Ulli Kinau. Am 17. Dezember 1958 wurde das Segelschulschiff in Dienst gestellt. Am 3. August 1959 trat die Gorch Fock von Kiel aus ihre erste Auslandsreise an. Das Schiff wurde im Laufe der kommenden Jahre als „Botschafter Deutschlands“ weltweit bekannt.

Die Gorch Fock auf Wikipedia

Quellen: ndr.de,/Kultur marine.de, Wikipedia

 

Igeborg Gruner22012010

Schmunzelgeschichten
  von Ingeborg Grüner

Überlegter Brief einer Tochter

Seit ich von zu Hause fort und im College bin, war ich, was das Briefe schreiben angeht, sehr säumig. Es tut mir leid, dass ich so unachtsam war und nicht schon früher geschrieben habe. Ich will Euch nun auf den neusten Stand bringen, aber bevor Ihr anfangt zu lesen, nehmt Euch bitte einen Stuhl. Ihr lest nicht weiter, bevor Ihr Euch gesetzt habt!
Okay? Also, es geht mir inzwischen wieder einigermaßen. Der Schädelbruch und die Gehirnerschütterung, die ich mir zugezogen hatte, als ich aus dem Fenster des Wohnheims gesprungen bin, nachdem dort kurz nach meiner Ankunft ein Feuer ausgebrochen war, sind ziemlich ausgeheilt. Ich war nur zwei Wochen im Krankenhaus und kann schon fast wieder normal sehen und habe nur noch einmal am Tag diese wahnsinnigen Kopfschmerzen.

sg29062017001Glücklicherweise hat der Tankwart einer Tankstelle das Feuer im Wohnheim und meinen Sprung aus dem Fenster gesehen und die Feuerwehr sowie Krankenwagen gerufen. Er hat mich auch im Krankenhaus besucht - und da das Wohnheim abgebrannt war, und ich nicht wusste wo ich unterkommen sollte, hat er mir netterweise angeboten, bei ihm zu wohnen. Eigentlich ist es nur ein Zimmer im 1. Stock, aber es ist doch recht gemütlich. Er ist ein sehr netter Junge und wir lieben uns sehr und haben vor zu heiraten. Wir wissen noch nicht genau wann, aber es soll schnell gehen, damit man nicht sieht, dass ich schwanger bin. Ja, Mama und Papa, ich bin schwanger. Ich weiß wie sehr Ihr Euch freut, bald Großeltern zu sein - und ich weiß, Ihr werdet das Baby gern haben und ihm die gleiche Liebe, Zuneigung und Fürsorge zukommen lassen, die Ihr mir als Kind gegeben habt. Der Grund, warum wir nicht sofort heiraten, ist, dass mein Freund Aids hat, daher ist es uns nicht möglich eine voreheliche Blutuntersuchung durchzuführen, denn auch ich habe mich angesteckt. Ich weiß, Ihr werdet ihn mit offenen Armen in unserer Familie aufnehmen. Er ist nett und ehrgeizig, wenn schulisch auch nicht besonders ausgebildet. Auch wenn er eine andere Hautfarbe und Religion hat als wir, wird Euch das sicherlich nicht stören.

Jetzt, da ich Euch das Neuste mitgeteilt habe, möchte ich Euch sagen, dass es im Wohnheim nicht gebrannt hat, ich keine Gehirnerschütterung oder Schädelbruch hatte, ich nicht im Krankenhaus war, nicht schwanger bin, nicht verlobt bin, mich nicht angesteckt habe und auch keinen Freund habe.

Allerdings bekomme ich eine sechs in Geschichte und eine fünf in Chemie, und ich möchte, dass Ihr diese Noten in der richtigen Relation seht!

Eure Tochter Sarah

Quelle: https://www.andinet.de

 

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Humor hilft heilen!

Eckart von Hirschhausen: Mit Frohsinn alt werden!

evh11052017004Mit seiner Stiftung "HUMOR HILFT HEILEN" engagiert sich Dr. Eckart von Hirsch-hausen für mehr gesundes Lachen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Auch beruflich begleitet ihn das Thema: Für seine neue ARD Sendung "Hirsch-hausen" ist er in ein Altenheim gezogen und war mit einem Pflegedienst unterwegs. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift Pflege & Familie sprichtder 49-Jährige über die Arbeit seiner Stiftung und erklärt, warum er seit seiner Zeit im Heim viel weniger Angst vor dem Alter hat. Drei Tage verbrachte der Mediziner, Autor und Komiker im Altenheim. Ein Alterssimulator half ihm dabei, sich besser in die Bewohner hineinzuversetzen: Wie fühlt es sich an, wenn man die Menschen um sich herum nicht mehr richtig hören oder sehen kann? Bei den Senioren lassen sich diese Schwierigkeiten aber nicht einfach wieder abschalten - sie sind auf die Hilfe von Pflegekräften angewiesen: "Jeder, der tagtäglich evh11052017001für Menschen da ist, die nicht mehr 'nützlich' sind, hat meine Hochachtung. Helden des Alltags machen Pippi weg und Tränen und mehr, Tag und Nacht, auch am Wochenende und Weihnachten", so Hirschhausen. Die Zeit im Heim hat bewirkt, dass der 49-Jährige sich weniger Sorgen um das Alter macht: "Im Heim habe ich sehr viele heitere Momente erlebt, die mir Hoffnung geben, vorausgesetzt es sind noch Pflegekräfte da, wenn wir Midlifer dann mal so weit sind. Und die wichtigste Botschaft: Wie wir im Alter drauf sind, hat viel damit zu tun, was wir jetzt tun!" Seinen Background als Mediziner verbindet Hirschhausen mit seinem Beruf als Komiker: Seine Stiftung "HUMOR HILFT HEILEN" setzt sich für mehr Humor in Kliniken und Pflegeheimen ein. In speziellen Kursen können Pflegekräfte und Ärzte lernen, wie sie evh11052017002den Senioren eine Freude machen können, zum Beispiel mit Clownsvisiten: "Im Krankenhaus engt sich der Blick oft ein, auf das Leid, die Erkrankung, den Schmerz. Die Clowns erinnern in ihrem Spiel daran, dass es immer auch eine andere Seite gibt", erklärt Hirschhausen. "Es geht nicht darum, aus Pflegenden Clowns zu machen oder etwas 'vorzuspielen'. Viel eher kommt in den Übungen die eigene Persönlichkeit wieder zum Vorschein, der eigene mitfühlende und beobachtende Draht zum anderen, die Freude im Kontakt, das Vertrauen auf die Kraft von Spontanität in der Begegnung." Dass Humor in der Ausbildung von Ärzten und Pflegern keine Rolle spielt, findet Hirschhausen schade - er möchte einen kleinen Beitrag zum Umdenken leisten: "Jeder Mensch im Krankenhaus ist Teil der heilsamen Wirkung. Und dafür braucht es authentische Kommunikation, Herzlichkeit und auch eigene Seelenhygiene. Vieles davon lässt sich vermitteln."

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Quelle: Pflege und Familie

 

Also wenn sie mich fragen

Beitrag von Diedrich Sabrowski:

Aus dem Leben von Josef Kleinestratkötter

Aus dem Leben von Küster Josef Kleinestratkötter. Also, wenn Sie mich fragen, dann sollte sich so manch einer schon ab und zu überlegen, was er da den ganzen Tag so von sich gibt – also rein sprechtechnisch. Stellen Sie sich einmal vor, man könnte im Laufe eines langen Lebens nur einen einzigen Satz sagen. Wie würde der lauten? Für Romantiker ist die Sache klar: „Ich liebe dich“, und damit ist im Grunde wirklich alles gesagt, es sei denn, man irrt sich im Adressaten, was leider häufig vorkommt. Misanthropen entscheiden sich vielleicht für ein knappes „Tür zu – von außen!“. Unentschlossene setzen wägend an: „Tja, was soll man da sagen?“, und dann erst geht ihnen auf, dass es das schon war. Satz gesprochen, Satz verschenkt. Das ist Illustrierte17natürlich nur ein Spiel der Gedanken, denn niemand spricht im Laufe eines langen Lebens nur einen einzigen Satz. Vielmehr sprechen alle dauernd, stets und ohne Unterlass. Und immer, zumindest fast immer, ist es dummes Zeug, Papperlapapp, Gewäsch. Als Ausnahme können der Deutschlandfunk und der Hund Pluto gelten – ersterer, weil auf seinen Wellen bisweilen kluges Zeug gesprochen wird, letzterer, weil er im Laufe seines langen Lebens tatsächlich nur einen Satz sagte. Er lautete: „Kiss me“, zu Deutsch: Küss mich. Da Pluto, der Hund von Micky Maus, nicht näher spezifizierte, wo genau er geküsst werden wollte, bleibt unklar, ob er eher ins Romantische oder doch ins Misanthropische tendiert, oder ob er gar jener kleinen Gruppe verzweifelter, innerlich zerrissener Kreaturen angehört, in denen beide Wesenszüge angelegt und ausgeprägt sind. Möglich ist es, und das würde auch Plutos besondere Rolle in Walt Disneys Kosmos erklären. All die Tiere, Micky und Minni Maus, Goofy, Klarabella Kuh, Rudi Ross, der finstere, an Mario Adorf gemahnende Kater Karlo (um nur einige zu nennen), laufen auf zwei Beinen herum und sprechen, sie sind vermenschlicht. Pluto hingegen ist einfach ein Hund. Er ist meist Mickys Hund, aber er war auch schon der Hund von Donald Duck. Pluto war sogar mal der Hund von Goofy, der selber ein Hund ist, was bedeutet, dass der Hund Pluto dem Hunde ein Hund war. Vor genau 60 Jahren – im Jahr 1951 – erschien in Deutschland das erste Micky-Maus-Heft. Ein Hundejahr entspricht sieben Menschenjahren. Also wäre Pluto jetzt umgerechnet 420 Jahre alt. Wer so viele Jahre und so wenige Sätze zusammenbringt, der ist wahrscheinlich ebenso maulfaul wie weise. Gesprochen hat Pluto übrigens, nachdem Micky während einer Jagd versehentlich auf ihn schoss. Pluto stellte sich tot, Micky eilte herbei, um dem geliebten Hund in die Pupillen zu sehen, woraufhin dieser im Falsett den einzigen Satz seines langen Lebens sprach. Dass er seither schweigt, obwohl er jederzeit sprechen könnte, macht ihn für mich zur interessantesten Figur der Disney-Welt. Also wenn Sie mich fragen, dann ist dieser schweigende Hund aus dem bunten Micky-Maus-Imperium derjenige, mit dem ich mich am ehesten mal auf ein Bier in meiner Stammkneipe treffen würde. Aber mich fragt ja keiner ...

Bis denn, Ihr Josef Kleinestratkött

Quelle: www.angekreuzt.de

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