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Seniorenzeitung Juni 2008 3/3
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Endlich mal eine Kaffeefahrt über die man lachen kann, das war mein Ziel! Zudem sehe ich dieses Buch auch als Abschreckung für alle, die sich doch einmal mit dem Thema auseinander setzen, da günstige Reiseangebote ein Lockruf für Senioren sind.
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Buchautorin: Agnes Erhardt
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Im Herbst 1954 geboren verbrachte ich meine Kindheit und mein Leben bis vor zwei Jahren in Hessen. Dort leben auch meine zwei Kinder, meine Mutter, meine Geschwister, sowie viele Freunde. Durch private Veränderungen bin ich vor zwei Jahren in die Nähe von München gezogen. Geschrieben habe ich immer schon gerne. Bereits in der Schule hat es mir viel Spaß gemacht Aufsätze zu schreiben. Danach wurde ich oft gebeten, Reden für Familienfeste, kleine Anekdoten zu runden Geburtstagen oder anderen Anlässen zu schreiben. Aufmerksam wurde dann ein Karnevalsverein auf mich und köderte mich als Büttenrednerin. Schon lange hatte ich vor endlich mal ein Buch zu schreiben doch erst jetzt fand ich die Zeit und die Ruhe mir diesen Wunsch zu erfüllen. Das Ergebnis liegt vor Ihnen. Natürlich habe ich lange nach einem Thema gesucht. Die Liebe steht ganz weit oben und das war mein erster Gedanke. Auch wenn es ein schönes Thema ist, darüber wird immer geschrieben! Phantasie und Horror liegen mir nicht, blieb noch aus dem Alltagsgeschehen zu schreiben. Wie das Leben manchmal so spielt bekam ich das Thema frei Haus geliefert. In geselliger Runde erzählte ein Bekannter plötzlich, was er lange beruflich getan hat. Er war Kaffeefahrten-Moderator. Anfangs noch skeptisch, man hört ja selten gutes darüber, hörte ich ihm doch zu und wurde hellhörig. Vor mir saß ein Mann, der sich nie traute zu sagen was er tut, der gelitten hat und sich schämte. Einfach ein Mensch mit Gefühlen und der nur das tat, was jeder tun würde wenn er die Gelegenheit bekäme: Viel Geld verdienen. Schnell hatte ich seine Nöte erkannt und hörte genauer seinen Erzählungen zu. Ich war überrascht, wie solche Veranstaltungen ablaufen und spürte fast am eigenen Leib den Druck dieser mafiaähnlichen Organisation den ich zum ersten Mal deutlich vor Augen hatte. Die Idee zu meinem Buch war geboren und ich habe dieses heikle Thema aufgegriffen und als mein Erstlingswerk herausgebracht. Ich glaube mir ist gelungen einerseits die Abläufe und die Verarsche auf solchen Verkaufsveranstaltungen humorvoll wieder zu geben und andererseits einen Menschen, den ich im Roman Harry nenne, in allen Höhen und Tiefen seines Lebens kurzweilig zu beschreiben. Natürlich freue ich mich sehr wenn ich Sie, wie viele andere, zu dieser ganz besonderen Kaffeefahrt einladen darf und Sie mein Gast werden.
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König der Kaffeefahrten
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Buchauszug von Agnes Erhardt
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Es ist vierzehn Uhr, als ich schwankenden Schritts die Bühne betrete und mir das Mikrofon greife, den einzigen Gegenstand, an dem ich mich festhalten kann. „Hallo! Ich bin Harry, der Neue, und nun wollen wir noch eine nette Stunde zusammen verbringen. Seid ihr bereit?“, keuche ich heiser ins Mikrofon. Ein zweihundertfaches „Jaaaa!“ kommt zurück.Nach den ersten Worten lässt meine Übelkeit langsam nach, und ich beginne, völlig planlos, das Geheimnis des kleinen Tisches zu lüften. Das Kräuteröl, oderwie war das noch? Oder vielleicht erst die Kugeln? Vor Aufregung kann ich keinen klaren Gedanken fassen. Wie ferngesteuert greife ich nach dem Fläschchen mit dem Kräuteröl. Da, da sitzt es, mein erstes Opfer. Ein Gesicht mit ausgeprägten Lachfalten und einer hohen Stirn, die fast bis zum Hinterkopf reicht, schaut mich erwartungsvoll an. Das ist der Auslöser, der wie durch ein Wunder die Lähmung in mir löst und meinen Ehrgeiz weckt. Wenn ich das hier schon mache, dann will ich es auch gut machen, und wenn ich es versemmel, dann will ich es mit Schmackes versemmeln.„Hallo, Sie da, wie heißen Sie?“, fange ich an. „Erich. Erich Schön!“, kommt es freundlich zurück. „Na, das passt ja gut! Schön, Erich, dass du da bist – ich darf doch Du sagen, oder? –, denn hier habe ich was ganz Tolles für dich.“ Ohne Vorwarnung reibe ich Erichs Glatze mit dem Öl ein, genauso, wie es Sven gemacht hat. „Ja Erich, ein schönes Gesicht braucht viel Platz, den hast du ja, und durch die Massage und das Superöl bleibt das auch garantiert, denn damit wächst in den nächsten vier Wochen mit Sicherheit kein Haar mehr nach.“ Der Saal tobt und klatscht, obwohl ich nur ein Abklatsch von Sven bin. Am herzhaftesten lacht Erichs Frau. Tränen laufen über ihre Wangen, als sie, sich noch immer in Lachkrämpfen windend, mit der Hand über Erichs fettglänzende Glatze fährt. „Harry“, quietscht sie, „Sie sehen ja selbst, dass aus meinem Elvis ein Ibis geworden ist.“ Sie hat es geschafft, der Satz ist draußen. „Ein Ibis? Wieso ein Ibis?“, will ich wissen. „Na, ein Ibis eben, wie die kahlköpfigen Vögel in der Türkei, und das Schlimme ist, dass ich damals einen Elvis geheiratet habe, und nun habe ich einen türkischen Vogel im Haus, der Federn gelassen hat. Das hätte mir mal einer früher sagen sollen! Nun ist die Umtauschfrist abgelaufen!“ Der Saal tobt, und ich muss selber schallend lachen. Erichs Frau hat, ohne es zu wissen, meinen Start gerettet, und nicht nur das, im Saal sitzt eine ganze Vogelschar, die gestreichelt wird. Das ist meine Chance. „Na, meine Damen, wie sieht es aus? Die Umtauschfrist für euren Mann ist abgelaufen, aber das Kräuteröl, der Garant dafür, dass euer Ibis ein Ibis bleibt, das könnt ihr mitnehmen. Und, meine Herren, wenn eure Frauen die Hand nicht heben können, weil sie euch gerade die Glatze massieren, hebt doch einfach selbst die Hand und nehmt es mit. So ist euch die Massage sicher. Das sind doch tolle Aussichten, oder? Also, Hände von der Glatze und in die Höhe für dieses Öl zum Sonderpreis von nur fünfzehn Euro.“ Das Unfassbare geschieht: Lydia kann achtzehn Fläschchen im Saal verteilen, eine Menge, die ich nie für möglich gehalten hätte. Irgendwas ist richtig gelaufen, und der Erfolg motiviert mich dermaßen, dass meine Übelkeit ganz verschwindet und ich mich auf der Bühne bewege, als hätte ich nie etwas anderes getan.
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Heimatseite Spezial
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Der Römische Limes
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Längst ist er zum Weltkulturerbe ernannt worden und seine Spuren sind manchmal schwer zu erkennen, dennoch ist er einer der beeindruckensten Zeugen der Menschheitsgeschichte. Der Obergermanisch-Rätische Limes war die mehr als 500 km lange Grenzbefestigung, die den Rhein mit der Donau verband. Er reichte von Rheinbrohl/Bad Hönningen am Rhein bis nach Hienheim bei Eining an der Donau. Am Limes standen mindestens 900 Wachtürme und rückwärtig der Grenzlinie über sechzig größere Kastelle, wobei drei davon Legionslager waren, sowie einige hundert sogenannte Kleinkastelle (weniger als 100 Mann Besatzung). Er ist damit das größte archäologische Geländedenkmal Mitteleuropas.
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Der Odenwald - Limes
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Der Odenwaldlimes wurde demnach um 100 n. Chr. unter Kaiser Trajan errichtet um die Lücke zwischen Neckarlimes und Main zu schliessen. Ursprünglich bestand die Grenze nur aus Holztürmen, die durch einen Postenweg miteinander verbunden waren. Dies zeigt, dass in diesem Gebiet die Bedrohung durch Feinde nicht gross gewesen sein kann. Erst unter Kaiser Hadrian wird hier eine Palisade errichtet. Die letzte Ausbaustufe fand ca. 145 n. Chr. unter Antoninus Pius statt, bei der die Holztürme durch Steintürme ersetzt wurden. Diese unterscheiden sich im wesentlichen von den späteren Türmen am obergermanischen Limes dadurch, dass die keine Aussengalerie besitzen. Im Obergeschoss befanden sich grosse Fenster, die durch eine kleine Säule zweigeteilt waren. Reste dieser Säulen findet man heute im englischen Garten in Eulbach. Im Gegensatz zum obergermanischen Limes, hat der Odenwaldlimes die letzte Ausbaustufe, nämlich die Errichtung von Wall und Graben niemals erlebt. Man hat das offenbar damals nicht für nötig gehalten. Deshalb kann man heute den Verlauf der Grenze nur noch anhand der Gebäude erkennen. Stellenweise ist der Verlauf gar nicht bekannt und kann nur vermutet werden, da die Palisaden verrottet sind und der Verlauf nicht mehr oberirdisch sichtbar ist. Um 150 n. Chr., also 5 Jahre nach dem letzten Ausbau , wird er aufgegeben und die Grenze 30 Kilometer nach Osten verschoben. Viele Kastelle wurden aber daraufhin zivil genutzt, wie das Beispiel Neckarburken zeigt.
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Funktionsweise des Limes
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Kastelle
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Zeugen der Zeit
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Ganz in unserer Nähe finden sich viele Zeitzeugen aus dieser interessanten Zeit. Auf der Anhöhe Lützelbach sind noch Erdspuren des Limes und der Kastelle erkennbar. Nahe der Ernst-Ludwig Klinik finden noch Überreste von Steinmauern einer Römischen Siedlung. Die Haselburg bei Humetroth ist eine gut restaurierte Römische, Villa genau wie das Römerbad in Würzberg. Im Museum in Osterburken gibt es noch viele Exponate aus dieser Zeit.
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Webadressen und Literatur
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