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Anregungen, Wünsche, Grüsse

Seniorenzeitung Sommer 2015      1/3

Seniorenresidenz 
Landhaus am Weinberg

Themen: Der selige Engelmar . Die Ringelnatter
       
Das Paradoxe unserer Zeit

Spätlese 1/2015

Spätlese 3/2015

Vorwort

Die braune Knolle

Von Roland Scheuermann

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Solange ich mich erinnern kann, hat die Kartoffel mich auf meinem Lebensweg begleitet. Täglich aß ich bei meinen Großeltern zu Mittag und an fast allen Tagen standen Kartoffeln auf der Speisekarte. Es gab Pellkartoffel, gebratene Kartoffeln mit Butter- oder Dickmilch, Kartoffelpfannkuchen oder Kartoffeln als Beilage. Fleisch wurde nur einmal in der Woche gegessen, aber Kartoffeln gab es immer. Kartoffeln waren günstig, das Fleisch aber teuer. Da fällt mir eine kleine Geschichte ein, die sich im Nachbarort zugetragen hat. Auf einem Bauernhof war der alte Bauer gestorben und der Ehemann der Tochter übernahm den Hof. Bei seiner schweren Arbeit wollte er morgens immer Wurst zum Frühstück haben. Das gefiel der Schwiegermutter aber gar nicht und sie erzählte im Dorf, dass der Schwiegersohn sie in den Bankrott treiben würde.
So war das früher, die Menschen verdienten nicht viel Geld und es gab viel Existenzängste. Bei meinen Großeltern war das auch nicht anders. Mit einem kleinen Bauernhof waren sie sogenannte "Selbstversorger". Wir hatten Kühe und Schweine, bauten Tierfutter und Kartoffeln an. Im Frühjahr wurden die Keimlinge ausgesetzt und im Herbst geerntet. Zum Aussetzen gab es eine Kartoffelsetzmaschine, bei der zwei Helfer darauf saßen und die Setzlinge in eine Röhre warfen. Das hat mir als Kind so gefallen, dass ich es kaum erwarten konnte Erwachsen zu werden, um selbst einmal auf dieser Maschine zu sitzen. Ja, solche Träume hatte man damals als Kind, und Sie werden es nicht glauben, bis heute habe ich nicht auf der Kartoffelsetzmaschine gesessen. Noch bevor ich groß genug werden konnte, haben meine Großeltern den Bauernhof aufgegeben und damit auch die Kartoffelerzeugung. In der Schule haben wir mit der Kartoffel gebastelt. In der Mitte durchgeschnitten, wurde ein Bild in den Kartoffel geschnitzt und schon hatte man einen Stempel.
Es war eine schöne Kindheit auf dem Land und die Kartoffel war ein Teil dieser Zeit.

 

Bibelworte

Das Paradoxe unserer Zeit

Das Paradox unserer Zeit ist: wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Hausverstand, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit. Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten. Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.
bw20062015001Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt. Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber nicht bessere. Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile. Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber
wir können nicht warten. Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien produzieren, aber wir verkehren weniger miteinander. Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen. Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause. Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts. Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns. Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl.

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine heiße Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich" und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergut-machen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Quelle: Lichtkreis.at

 

Aus unserer Nähe

Heimische Tierwelt: Die Ringelnatter

rn10062015001Auf dem Land aufgewachsen bin ich bereits vielen Tieren begegnet. Füchsen, Rotwild, Wildschweine oder auch kleine Schlangen, wie die Blindschleiche und auch eine Kreuzotter habe ich einmal im Wald gesehen. Schlagen sind allgemein sehr scheu und deswegen ist eine Begegnung sehr selten. Anfang Juni, hatte ich das Glück eine Ringelnatter beim Sonnenbad auf unserem Komposthaufen zu beobachten. Die Ringelnatter gehört zu den Natterarten und ist in Europa und Asien weit verbreitet. Charakteristisch sind die Halbmondförmigen gelben Flecken am Kopf. Sonst hat rn10062015002der Körper eine gräuliche bzw. grünliche Farbe. Sie erreicht eine Gesammtlänge von bis zu 1,52m. Die Schlange wohnt vornehmlich an Gewässern und ernährt sich von Fröschen und Eidechse regulieren ihre Körpertemperatur über die Außentemperatur. Das Winterquartier sucht die Schlange zwischen September und Oktober auf. Angst braucht man keine zu haben, die Tiere sind nicht giftig und wie gesagt, sehr scheu.

Quelle: Wikipedia

Die Ringelnatter

Sangeslust

Hainstädter Gesangverein zu Gast

ges21052015003Im April hat Roland Scheuermann die Senioren zu einer Multivisionsschau über das Im April konnten wir den Hainstädter Gesangverein "Sangeslust" in der Cafeteria des Landhauses begrüßen. Im Gepäck hatten die Sänger fröhliche Lieder, zur musikalischen Begrüßung des neuen Jahres, gemeinsam mit den Senioren. So sangen die Bewohner auch fleißig mit. Der Gesangverein "Sangeslust" hat, wie alle Vereine dieser Art, Nachwuchsprobleme. So haben sich in Hainstadt der Männer- und Frauengesangverein als einen gemischten Gesangverein zusammengeschlossen. Gesungen wird im Jahr bei den verschiedensten Anlässen. Bei Festen, Jubiläen, oder auch bei Geburtstagen. In diesem Jahr gab es bereits eine Gesangsveranstaltung des Vereins in der Turnhalle von Hainstadt und im Sommer findet wie in jedem Jahr ein Sommerfest des Vereins an der Turnhalle in Hainstadt statt. Der Erlös kommt dem Verein zugute. Im 19. Jahrhundert ges21052015002setzte eine Gründungswelle von Gesangvereinen ein. Die Menschen begeisterten sich für Volkslieder und das beste Erlebnis ist es damals, das Singen gemeinsam in der Gruppe.
Politisch wurde die Sängerbewegung auch ausgenutzt. Die Nationalsozialisten nutzten 
das Volksliedgut als Propaganda. Zwischen 1950 und 1970 folgte eine Renaissance. Es zählten wieder Werte, wie Familie und Heimat. Heute steht immer noch die Freude am gemeinsamen Singen im Mittelpunkt. Einige Vereine versuchen mit einer neuen moderneren Ausrichtung des Gesangsrepertoire, junge Mitglieder zu gewinnen.

Die Gesangbewegung

Quelle: Wikipedia

Frühlingsfest

Eine besondere Modenschau mit
modernem Tanz

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ffl18062015006Nach dem Winter und dem regnerischen Wetter konnten wir wieder das Frühlingsfest im Garten verbringen. Im letzten Jahr hatten wir nicht so viel Glück und mussten im Haus bleiben. Heinz Bondes, unser Musiker an der Orgel, hatte sich im Garten aufgebaut. Die Gäste fanden aber auch Platz im Foyer, in dem auch das Kuchenbuffet aufgebaut war. Die verschiedenen Kuchen wurden von den Mitarbeitern und Angehörigen gespendet. Bereits beim Eintreten konnten sich die Gäste Blutdruck und Blutzucker messen lassen. Ein regelmäßiger Gesundheitscheck kann sinnvoll sein, um aufkommende Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Ein hoher Blutdruck spürt man nicht immer und kann auf Dauer zu großen Schäden führen. Eine Besonderheit an diesem Nachmittag war die Modernffl18062015013-Tanzdarbietung von Julia Scheuermann. Julia ist ein Teil einer Tanzgruppe. Seit Wochen studiert Sie einen Tanz ein, den sie gemeinsam mit ihrer Gruppe in der Tanzschule Krings einstudiert hat. Es ist ein moderner Tanzstiel und die Musik ("Love me like you do") stammt von Soundtrack "Fifty Shades of Grey". Der Tanz drückt die Leidenschaft in der Liebe aus. Die Tanzschule Krings befindet sich in der alten Ölmühle in Bad König und bietet neben dem klassischen Ballet auch modernen
Tanz und Stepptanz an. Das letzte große Highlight war im Sommer 2013 die Tanzvorführung "Der Zauberer von Oz", an dem alle Tänzer und Tänzerinnen der Schule teilnahmen. Aufgeführt wurde das Stück in der Werner-Borschers-Halle in Erbach. Ein ffl18062015001Programmpunkt war die Modenschau am Nachmittag im Garten, die unter dem Motto stand "Nur Das Beste für das Schlafgemach". Vorgeführt wurde Schlafzimmermode für den jungen Herren, der etwas auf sich hält und die anspruchsvolle, reifere Damenwelt. Der Glanzpunkt bei der Schau war ein tief ausgeschnittenes Neklische, mit einem seitlich höchst verheißungsvollen Einblick. Dieses Topmodell wurde vom Designer Rafael Armali entworfen und vom Internationalen Topmodell Sylvia de Panse vorgeführt. Die auch für den großen Geldbeutel unerschwinglichen Bekleidungsaccessoires fanden gerade in der gehobenen Klasse, reißenden Absatz. Wir sind sehr froh, dass das Wetter gehalten hat, und dass Angehörige wie Bewohner einen schönen Nachmittag zusammen verbrachten. Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen Helfern, bei allen Mitarbeitern und besonders für die Kollegen, die die tolle Modenschau zu solch einem gemeinsamen Erlebnis gemacht haben.
Der Erlös des Nachmittags kommt natürlich wieder einem Gemeinnützigen Zweck zu gute.

 

 

Heimat - Sagen

Der Selige Engelmar, eine Sage aus dem Bayrischen Wald

egm18062015001Der Selige Engelmar († gegen 1100) war ein Einsiedler, der um 1094 eine Klause unterm Predigtstuhl bei Sankt Englmar direkt an der Landkreisgrenze vom Landkreis Straubing-Bogen und Landkreis Regen erbaute. Die Legende vom Tod und Auffinden des Heiligen Engelmar wird alljährlich in einem religiösen Schauspiel, dem Englmari-Suchen, aufgeführt. Der Überlieferung nach, wurde er auf dem Lüftlhof bei Hacklberg als Bauernsohn geboren. Er zog 1086 als Einsiedler in den Wald, nördlich von Bogen. Engelmar errichtete an der höchsten Stelle des Baierweges, der von Schwarzach über die Berge nach Viechtach ins Regen-Tal führt, eine Klause, betete und arbeitete und gewann sich durch seine Frömmigkeit viele Freunde. Er wurde im Winter des Jahres 1100 von seinem Diener mit einem Beil erschlagen und unter Reisig und Schnee verscharrt. Ein Priester namens Ruodbertus fand am Pfingstfest des gleichen Jahres den Toten, ließ ihn zu Tal bringen und bestatten. 1125 erhielt er eine steinerne Ruhestätte, 1188 wurde Engelmarus selig gesprochen, wie es in einem alten Heiligenlexikon über den seligen Engelmar, Namenspatron des Bergdorfes und modernen Luftkurortes Sankt Englmar heißt. Die Einsiedelei Engelmars befand sich zum Ende des 11. Jahrhunderts im Gebiet des Grafen von Bogen. Erst später wurde die Talschaft besiedelt und der Ort Sankt Englmar entstand.
Auf die Legende vom Tod und Auffinden des seligen Engelmar geht das religiöse Schauspiel des Englmari-Suchens im Ferienort zurück. Es findet seit mehr als 150 Jahren jedes Jahr am Pfingstmontag statt. In einem religiösen Schauspiel wird von den Einwohnern der Gemeinde die Einholung des Leichnams des Ortspatrons, des seligen Engelmar, dargestellt. Das „Englmarisuchen” wiederholt nun alljährlich jene Episode, in der ein Priester den Toten auffindet und zu Tal bringen lässt. Tausende erleben jedes Jahr den farbenprächtigen Zug, durch das Dorf hinauf zum sepp18062015001Kapellenberg, wo nach der Auffindung der Skulptur des seligen Engelmar, der Pfarrer hoch über den Häusern des Ortes die Feldmesse hält.
Für die Besucher ist es ein beeindruckendes Schauspiel, wenn der Zug in historischer Kleidung am Fuße des Kapellenberges ankommt – mit Reitern und Fußvolk. Wenn ein Jäger den Leichnam des Seligen in Form einer überlebensgroßen Holzfigur, im Wald unter Reisig sucht, den „Toten“ findet und birgt. Der Geistliche kniet nieder und betet – „ein Moment der Weihe“. Anschließend wird die Englmar-Figur auf einen Ochsenwagen gebettet und in einer Bittprozession in die Pfarrkirche gebracht, wo sich die Menschen zum Gebet beim seligen Engelmar niederlassenkönnen. Es ist bei der Veranstaltung üblich, dass die Teilnehmer auf für einen traditionellen historischen Umzug angemessene Kleidung achten, das heißt zumindest ländliche Tracht oder stilvolle Reitbekleidung.

Der Selige Engelmar

Quelle: Regiowiki.de

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